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Burschis zerknittern

Demonstration gegen den österreichweiten Burschentag in Knittelfeld
Treffpunkt: Samstag, 22.Mai 2010, 16:30Uhr, Bahnhof Knittelfeld

Antisemitische und rassistische Burschenschafter als FPÖ-Parlamentarier?
Am 22. Mai 2010 treffen sich in Knittelfeld deutschnationale Verbindungen aus ganz Österreich zum sog. “Burschentag”. Burschenschaften bewegen sich politisch in einem Spektrum zwischen freiheitlich, völkisch und offen rechtsextrem. Sie stilisieren sich selbst als Elite des nationalen Lagers, tragen wesentlich zur Gesellschaftsfähigkeit rassistsischer und antisemitischer Diskurse bei und erfüllen eine Scharnierfunktion zwischen dem Neonazismus und dem legalen Rechtsextremismus. Aus ihren Reihen kamen/ kommen genauso neonazistische Kader und freiheitliche PolitikerInnen.
Ihre enge Verquickung mit der Politik der FPÖ zeigt sich darin, dass ein großer Teil der FPÖ-Funktionäre Burschenschafter sind, wie zB. der 3. Nationalratspräsident Martin Graf, und dass mit Wolfgang Zanger auch den Burschentag in Knittelfeld ein freiheitlicher Abgeordneter organisiert.

Sexistische Grundhaltung?
Burschenschaften stehen für Männerbündelei und Sexismus. Neben Juden, Moslems oder sonst nicht in das “arische” Weltbild passende Menschen ist Frauen grundsätzlich der Beitritt zu sämtlichen burschenschaftlichen Verbindungen untersagt, sie dürfen bestenfalls an ausgewählten Abenden als Begleitung “mitgebracht“ werden. Ein Blick in das korporierte Liedgut verdeutlicht das sexistische Rollenbild, wenn zB. davon gesungen wird, dass die Frauen statt an der Universität doch besser bei Wäsche, Herd und Nähmaschine zu sein hätten.

Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft?
Die Tatsache, dass die Burschenschaften ihren Festkommers im “Kulturhaus” der Stadtgemeinde Knittelfeld abhalten können, ist ein Signal dafür, wie sehr die Normalisierung rechtsextremen Gedankenguts bereits fortgeschritten ist. Hetze gegen MigrantInnen, offener Antisemitismus und rassistische Praxis sind in der Mitte der Gesellschaft zu finden. Deshalb sollte Antifaschismus mehr sein, als einmal ein “Zeichen gegen rechts” – womöglich auch noch symbolisch – zu setzen, und ansonsten unhinterfragt den kapitalistischen und patriarchalen Normalzustand hinzunehmen.
Das Ziel von Antifaschismus muss es daher sein, die bestehende kapitalistische Ordnung als Nährboden des Faschismus zu begreifen und zugleich Rechtsextremismus in allen Formen kompromisslos immer und überall zu bekämpfen!

In diesem Sinne:
Rechtsextremismus ist keine Kultur!
Deutschnationale Männerbünde auflösen!
Antisemitismus, Sexismus, Nationalismus (ob deutsch oder österreichisch oder sonstwie) Rassismus und Homophobie immer und überall entgegenarbeiten!
Für eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Herrschafts- und Verwertungszusammenhänge!

Es laden ein: Autonome Antifa Gradec, GAJ Steiermark, GRAS Uni Graz, KJÖ Knittelfeld, KJÖ Steiermark, KSV Uni Graz, Mayday 2000 Graz, SJ Knittelfeld, SJ-Graz, SJ Steiermark.

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Im Anschluss an die Demonstration wird es vermutlich auch noch Konzerte in der Knittelfelder Innenstadt geben.

Für Interessierte aus „weiter weg“:
Vermutlich wird es einen Bus aus Graz (ev. auch aus anderen Städten) geben bzw. Zugtickets aus anderen Destinationen rückerstatten werden. Infos dazu folgen.

Hier ‚mal die Zug-Zeiten:

Hinfahrt:
Graz HBF – Knittelfeld: Abfahrt 15:38, Ankunft 16:45 (Umsteigen in Leoben HBF, Intercity)
Celovec/Klagenfurt – Knittelfeld: Abfahrt 14:04, Ankunft 16:09 (direkt, Regionalexpress)
Wien Meidling – Knittelfeld: Abfahrt 14:30, Ankunft 16:45 (direkt, Intercity)

Rückfahrt: (letzte Züge)
Knittelfeld – Graz HBF: Abfahrt 22:11, Ankunft 23:56 (Umsteigen in Bruck/Mur, Regionalzug, S-Bahn)
Knittelfeld – Celovec/Klagenfurt: Abfahrt 22:04, Ankunft 23:36 (direkt, Euronight)
Knittelfeld – Wien Meidling: Abfahrt 21:14, Ankunft 23:28 (direkt, Eurocity)

En Garde! WKR-Ball anfechten!

Gegen das rechtsextreme Tanzevent in der Hofburg

Alle Jahre wieder…
Am 29. Jänner 2010 findet zum mittlerweile 57. Mal der alljährliche Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Hofburg statt. Im WKR sind mehr als zwanzig lokale Studentenverbindungen organisiert, die sich politisch in einem Spektrum zwischen „national-freiheitlich“, völkisch-deutschnational und offen rechtsextrem bewegen. Der bekannteste Mitgliedsbund ist derzeit sicherlich die Burschenschaft Olympia, deren „alter Herr“ Martin Graf skandalträchtig das Amt des dritten Nationalratspräsidenten bekleidet. Gerade die Olympia zeigt sehr deutlich die Scharnierfunktion deutschnationaler Korporationen zwischen der FPÖ einerseits und dem Neonazismus andererseits. So lassen sich Olympen für die FPÖ im Nationalrat, im Wiener Landtag, sowie im Parteivorstand auf Bezirks- und Landesebene finden. Gleichzeitig lud die Olympia aber in den letzten Jahren verschiedene neonazistische Liedermacher, als auch den Holocaustleugner David Irving in ihr Verbindungshaus ein. Daneben äußert sich die Olympia immer wieder rassistisch, antisemitisch und NS-verharmlosend.

Weiters stehen Burschenschaften für Männerbündelei und Sexismus. Das zeigt sich schon daran, dass Frauen grundsätzlich der Beitritt zu sämtlichen WKR-Verbindungen untersagt ist und sie bestenfalls an ausgewählten Abenden als Begleitung „mitgebracht“ werden dürfen. Dass sich Frauen in Gegenwart von Burschenschaftern dann rollentypisch zu verhalten haben, verdeutlicht die Olympia: „Hast du […] eine Freundin mit, die weder schön noch still ist, kurz: bist Du auf irgendeine Weise abnormal oder unfröhlich, dann bleib lieber zu Hause.“ Ein Blick in das korporierte Liedgut verdeutlicht das sexistische Rollenbild, wenn davon gesungen wird, dass die Frauen statt an der Universität doch besser bei Wäsche, Herd und Nähmaschine zu sein hätten.

Jahr um Jahr kommen etwa 2.000 Besucher_innen zum Rechtswalzer in die Hofburg. Neben einer Vielzahl an Korporierten lässt sich natürlich auch die Politprominenz von FPÖ und BZÖ in der ehemaligen Kaiserresidenz blicken. Jedoch hat der WKR-Ball nicht nur österreichweite Relevanz. So wirbt der Ballausschuss damit, dass sich die Veranstaltung „zum größten couleurstudentischen Gesellschaftsereignis im deutschsprachigen Raum“ entwickelt habe. Und auch die Besucher_innen der letzten Jahre unterstreichen die internationale Dimension. So nutzten diverse Funktionär_innen rechter und rechtsextremer europäischer Parteien die Abendveranstaltung als ihre Bühne: 2009 waren Delegationen von pro Köln, pro NRW und der DVU (Deutschland), der Dänischen Volkspartei und der Schweizer Volkspartei anwesend. Weiters waren der russische Nationalist und Antisemit Alexander Dugin sowie der spanische Rechtsrevisionist und Faschist Enrique Ravello zum Ball eingeladen. Im Jahr davor tummelten sich u.a. Jean-Marie Le Pen (Front National / Frankreich) und Frank Vanhecke (Vlaams Belang / Belgien) neben „Kameraden“ aus Bulgarien in der Hofburg.
Es verdeutlicht sich die Rolle des WKR-Balls für die nationale wie internationale (extreme) Rechte. Doch ist dieses nationalistische Schaulaufen bei Weitem nicht der einzige Skandal in dieser Republik.

Am Schauplatz: Österreich
Ein Rückblick auf das Jahr 2009 bereitet aus emanzipatorischer Perspektive abwechselnd Kopf- und Magenschmerzen. Auf parlamentarischer Ebene fuhren die Rechtsparteien FPÖ und BZÖ einen Wahlerfolg nach dem anderen ein. Während das BZÖ auch ohne Jörg Haider den Sitz des Kärntner Landeshauptmannes verteidigen konnte, verdoppelte die FPÖ teilweise ihre Prozente bei den vergangenen Wahlen. So wurden bei der Europawahl aus 6,3% nun 12,7%, in Oberösterreich sind es jetzt 15,3% und in Vorarlberg schaffte die FPÖ gar einen Zuwachs von 12% auf mehr als 25%.

Auch jenseits der Parteipolitik artikulierte sich der ekelhafte Geist der Volksgemeinschaft. So trafen sich im Juni mehr als 1.500 Burschenschafter zu einem „gesamtdeutschen“ Festkommers in Innsbruck. Elementarer Bestandteil des Kommerses war die rechtsrevisionistische Forderung eines Tirols „von Kufstein bis Salurn“ (Salorno / Norditalien). Es erübrigt sich zu erwähnen, dass ein vereintes Tirol in diesem Denken auch Teil von „Gesamtdeutschland“ wäre. Und es dauerte nicht lange bis das nächste rechtsrevisionistische Spektakel folgte. Beim Landesfestumzug im September wurden Andreas-Hofer-Kult und 200 Jahre Tiroler Freiheitskampf inszeniert. Unter den 30.000 Teilnehmer_innen war dann neben unzähligen „Ein Tirol“-Bannern auch ein Block von selbsternannten „Freiheitskämpfern“, also Südtirolterroristen, zu finden. Ohne groß zu differenzieren jubelten die 70.000 Zuschauer_innen Schützen- und Trachtenvereinen ebenso zu wie „gesamtdeutschen“ Burschenschaftern und dem in Italien wegen vierfachem Mord verurteilten Terroristen Erhard Hartung.

Und auch ein Ausblick auf das Jahr 2010 stimmt nicht gerade zum Frohsinn. Als wäre der „Freistaat“ Kärnten nicht schon Zumutung genug, wird das südlichste Bundesland im Herbst seine identitäre Selbstvergewisserung zelebrieren. Dann nämlich wird dort zum 90. Mal „Kärntens Ja zu A“, also der Verbleib des ehemals mehrheitlich slowenischsprachigen Südkärntens bei Österreich, mit Festumzug und allerlei Tamtam gefeiert. Selbstredend werden reaktionäre Verbände wie der Kärntner Abwehrkämpferbund und der Kärntner Heimatdienst wissen, diesem Event ihren völkischen und antislawischen Stempel aufzudrücken.

Wien ist anders ?!?
Es mag sein, dass provinzielle Volkstümeleien wie Tirolerhut und Kärntner Anzug in der selbsternannten Weltstadt Wien nicht die gleiche Begeisterung hervorrufen wie im tiefsten Hinterland. Das sollte jedoch nicht zu der irrigen Meinung führen, dass völkisch-nationalistisches Denken und damit einhergehend Rassismus und Antisemitismus hier nicht ebenso präsent wären.
Der bevorstehende Wien-Wahlkampf lässt ungutes erwarten. So hetzt die FPÖ im Vorfeld schon in Postwurfsendungen gegen die „Zuwanderungslawine“, „Asyl-Verbrechen“ und die „Kriminalitätsexplosion“, die – wie könnte es anders sein – Mafiabanden aus Osteuropa zugeschrieben wird. Dass ausgerechnet die FPÖ gegen Freunderlwirtschaft vorgehen will ist ein Witz, wenn bedacht wird wieviele korporierte Nationalratsabgeordnete der Freiheitlichen Bundesbrüder als parlamentarische Angestellte beschäftigen. Es ist leider zu erwarten, dass die Rhetorik umso schärfer wird je näher der Wahltag rückt und je „heißer“ die Phasen des Wahlkampfs werden. Damit sind nicht nur FPÖ und BZÖ gemeint. Erinnert sei an die ÖVP, die sich vor der letzten Nationalratswahl schon deutlich verschärft zu Migration und Integration äußerte und an die neue Wiener ÖVP-Chefin Marek, die sich schwarz-blau für Wien vorstellen kann.
Dabei sind die genauen Prozentzahlen, die bei der Wahl herauskommen werden, relativ egal. Es ist unabhängig davon festzustellen, dass es mittlerweile im gesellschaftlichen Diskurs kein oder kaum mehr ein Aufreger ist, wenn der dritte Nationalratspräsident die Zugehörigkeit „Südtirols“ zu Italien in Frage stellt, wenn dieser weiters behauptet „Afrikaner sind biologisch anders“ oder wenn er dann auch noch Ariel Muzicant, den Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde, antisemitisch diffamiert.

Die Aufgabe von Antifaschismus kann aber nicht darin liegen, Wähler_innen von blau/orange und schwarz davon zu überzeugen, doch lieber für die nur scheinbar weniger ekelhaften Alternativen rot oder grün zu votieren. Es reicht auch sicher nicht aus, einmal im Jahr symbolisch ein „Zeichen gegen rechts“ zu setzen, während sich die restlichen 364 Tage affirmativ auf die bestehende Ordnung bezogen wird. Es muss klar sein, dass Rechtsextremismus als Phänomen eine militante Steigerungsform bürgerlich-kapitalistischer Werte und Ideologien darstellt. Ein Antifaschismus, der seinen Namen verdient, müsste an den Wurzeln dieser bürgerlichen Vergesellschaftung ansetzen, die zwangsläufig Herrschaft und Ausschluss produziert. Insofern sind Interventionen gegen Events wie den WKR-Ball zwar bittere Notwendigkeit, letztlich aber wertlos solange nicht darüber hinaus jede Form von reaktionärer Ideologie bekämpft und die kapitalistische Grundlage negativer Vergesellschaftung angepackt wird. Das Ziel von Antifaschismus liegt perspektivisch also darin unnötig zu werden; und zwar durch die Transformation gesellschaftlicher Verhältnisse dahingehend, dass anti-emanzipatorischen Denkformen jegliche Grundlage entzogen wurde.

In diesem Sinne:
Burschenschafter raus aus der Hofburg!
Deutschnationale Männerbünde auflösen!
Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie immer und überall entgegenarbeiten!
Für eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Herrschafts- und Verwertungszusammenhänge!

Demo gegen den rechtsextremen WKR-Ball:
29.1.2010 – 18:00 Uhr / Europaplatz Wien

Aufruf zur Demo gegen die Burschenschaft Olympia am 20.11., 19Uhr

Der Olympia die Fackel ausblasen!
Gegen die 150-Jahr-Feier der rechtsextremen Burschenschaft Olympia.

Am 20. November begeht die einschlägig bekannte akademische Burschenschaft Olympia im Rahmen ihres 150. Stiftungsfest eine Feier auf ihrer Bude in der Gumpendorferstraße. In der Vergangenheit tat sich dieser Männerbund immer als eine der rabiatesten völkischen und deutschnationalen Verbindungen in Wien und Österreich hervor. So sind immer wieder antisemitische Äußerungen der Olympia zu vernehmen, die beispielsweise das Festhalten am „Arierparagraphen“ nach 1945 dokumentieren. Weiters lud die Korporation 2005 den Holocaustleugner David Irving nach Wien ein. Erinnert sei auch an den Olympen Martin Graf, der sich im ORF nicht darauf festlegen lassen wollte, dass im Nationalsozialismus millionenfach Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Immer wieder ist es gerade die Olympia, die gegen das bestehende Verbotsgesetz hetzt und darüber hinaus jammert, dass „ein Deutscher über einzelne ’sensible‘ Fragen der Geschiche nur in den von den Umerziehern und ihren deutschen Helfern vorgegebenen Bahnen denken und sprechen“ dürfe.

Abgesehen davon, dass Frauen generell der Zugang zu den burschenschaftlichen Männerbünden verwehrt wird, äußert sich die Olympia darüberhinaus zur Rolle der Frau wie folgt: „Hast du […] eine Freundin mit, die weder schön noch still ist, kurz: bist Du auf irgendeine Weise abnormal oder unfröhlich, dann bleib lieber zu Hause.“ An eben dieser Stelle treffen sich Olympia und FPÖ inhaltlich, wenn letztere in regelmäßigen Abständen gegen den angeblich vorherrschenden „Gender-Wahnsinn“ und „MenschInnen“ polemisiert und bei Abtreibungen nicht vor Vergleichen mit Holocaust und zweitem Weltkrieg zurückschreckt.

Auch in puncto rechte Gewalt spielte die Olympia in der Vergangenheit in Österreich und darüber hinaus eine führende Rolle. So wurde das erste politische Todesopfer der zweiten Republik, der KZ-Überlebende und Antifaschist Ernst Kirchweger, 1965 auf einer Demonstration gegen den Antisemiten Borodajkewycz vom Olympen Günther Kümel erschlagen. Auch am „Südtirol“-Terrorismus, der insgesamt 21 Menschen das Leben kostete, waren Mitglieder der Olympia tonangebend beteiligt. Dies führte sogar dazu, dass die Olympia aufgrund ihrer Verstrickungen in den Terrorismus 1961 behördlich aufgelöst wurde. Jedoch konnte sie sich zwölf Jahre später wieder neugründen. Auch ein Blick auf die musikalische Veranstaltungspolitik der Olympia in den letzten Jahren liest sich wie ein Who-is-who neonazistischer Liedermacher: Frank Rennicke, Michael Müller und schließlich Jörg Hähnel traten im Verbindungshaus auf.

Und auch aktuell treten Olympia-Mitglieder einschlägig in Erscheinung. Seit nunmehr über einem Jahr bekleidet der „Alte Herr“ der Olympia Martin Graf nun schon das Amt des dritten Nationalratspräsidenten. In dieser vergleichsweise kurzen Zeit trat der Parlamentarier verschiedentlich mit jenseitigen Äußerungen an die Öffentlichkeit: So diffamierte Graf den Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, mit dem Vorwurf dieser sei ein „Ziehvater des Linksterrorismus“, stellte rechtsrevisionistisch die Zugehörigkeit „Südtirols“ zu Italien in Frage und beschäftigte mit Sebastian Ploner und Marcus Vetter zwei parlamentarische Mitarbeiter, die in größeren Mengen bei einem Neonazi-Versand Bestellungen getätigt hatten. Es zeigt sich, dass die Olympia beste Verbindungen sowohl zur FPÖ und ins Parlament, als auch zur militanten Neonazi-Szene hat.

Bezeichnend ist auch, dass der Abend im Olympen-Haus den Startpunkt eines nationalistischen und rechtsrevisionistischen Wochenendes markiert. So findet am Tag darauf im Palais Palffy ein Symposium zur imaginierten „Vertreibung und Entstaatlichung Europas“ statt, bevor am Abend dann das Tanzbein zu „200 Jahre Tiroler Freiheitskampf“ und „150 Jahre Burschenschaft in Österreich“ geschwungen wird.
Grund genug der „Festgemeinschaft“ am Freitag einen gebührenden Empfang zu bereiten!

Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie immer und überall entgegentreten!
Staat, Nation und Volksgemeinschaft sind kein Grund zum Feiern!
Burschenschaft Olympia auflösen!

Treffpunkt zur Demonstration:
20.11.2009 – 19:00Uhr – U6-Station Gumpendorfer Straße

Es rufen auf:
Rosa Antifa Wien, Autonome Antifa Wien, Gruppe AuA!, Kommunistischer StudentInnenverband – Linke Liste, ÖH Uni Wien, Grüne und alternative StudentInnen Wien, Fakultätsvertretung Geistes- und Kulturwissenschaften

Demo Bericht

Anti-Strache Demonstration in Neumarkt in der Steiermark

Am Freitag den 30.10.09 fand mit großem Erfolg, in Neumarkt in der Steiermark einen Gegenveranstaltung, zu H.C. Straches biergetränktem Auftritt auf der Kagelwiese statt. Als Treffpunkt/Ausgangspunkt wurde um 18:00 ein Infostand am Neumarkter Hauptplatz aufgebaut. Den schnell ca. 50 Aktivist_innen, nutzten um sich mit Infomaterial einzudecken, und sich mit Tee und Bier zu wärmen.

Gemeinsam wurde gegen 21:00 Uhr beschlossen, zum Festzelt zu ziehen und dabei lautstark den Widerstand gegen die rassistisch und sexistische Hetzte der FPÖ zu feiern. Bestückt mit drei selbst gemalten Transparenten, zog ein 30 köpfiger Demozug vom Hauptplatz, über die Bräuergasse zur Schwimmbadstraße, um dort H.C. Strache mit „Alerta, Alerta, Antifascista!“ in einem nahem Lokal zu begrüßen, und die Straße zum Festzelt zu blockieren.

Nachdem H.C. Strache um den halben Ort fahren musste um zum Festzelt zu gelangen, versuchte die Demo geschwind den Zugang zum Zelt zu blockieren. Dies wurde jedoch schnell von den 70 aus Graz angereisten Polizist_innen verhindert.

So beschlossen die Aktivist_innen vor dem Zelt zu demonstrieren, und lautstark die Hetzte von FP-Bürgermeister Ratz und H.C. Strache zu stören.
Friedlich löste sich die Demonstration nach den Redebeiträgen auf, und zog gemeinsam in ein nahes Lokal um den Erfolg der ersten Anti-Strache Demonstration in Neumarkt zu feiern, und um dort ihr braunes Wunder zu erleben. Gegen 23:00 Uhr betraten 5 Menschen vom RFJ Gurktal „Sieg Heil“ grölend und Hitler grüßend, das Lokal M3.

Dank der tollen und schnell Reaktion einer Kellnerin und der lokalen Antifa wurden die Glatzen sehr bestimmt aus dem Lokal gebeten. Beschämend bleibt jedoch das solche Handlungen ungestraft bleiben, und von vielen Menschen als „normal“ und „alltäglich“ wahrgenommen werden.

Demo/Infostand 30 Oktober

Am 30.10.09 wird es am Hauptplatz in Neumarkt ab 18:00 einen Infostand, Plakatmalen, Musik, Tee und Glühwein geben.

Der Infostand ist auch Treffpunkt für die Demo um 20:00.

Kommt zahlreich, vernetzt euch, schreibt SMS-Ketten und bildet Banden.

RasstInnen und SexistInnen keinen Raum lassen!

Weiter Infos gibts via facebook und studivz, bei der Gruppe antifaneumarkt

Pfückt die Strache Bären!

H.C. Strache und die FPÖ schüren mit ihrer Hetzte gegen MigrantInnen und ihrer Frauenpolitik einen rassistischen/sexistischen Grundtenor in Österreich.

Mit Aussagen wie „Daham statt Islam“, „Pummerin statt Muhezin“ oder der Forderung nach Familienbeihilfe nur für „ordentliche österreichische Familien“, hetzt Strache offensive gegen MigrantInnen, und positioniert die FPÖ damit eindeutig am recht bräunlich politischen Rand.

Die FPÖ unterstreicht ihre politische Haltung durch die Tatsache, dass Martin Graf, zusätzlich zu seinem Amt als 3. Nationalratspräsident, ein Alt-Herr der deutsch-nationalen Burschenschaft Olympia ist. Die Treffen dieser Männerbünde dienen als Plattform zur Vernetzung zwischen FPÖ und aktiven Rechtsextremen, wie Gottfried Küssel(NVP). Auch Parteiobmann H.C. Strache hat eine einschlägig rechtsradikale Vergangenheit, wie Fotos von Wehrsportübungen oder sein enger Kontakt zu Norbert Burger(NDP) zeigen. Medial wurde bekannt, dass Martin Grafs Mitarbeiter über eine rechtsextreme Internetplattform einschlägiges Material erworben haben.

Die deutsch-nationalen Verirrungen der Strache FPÖ spiegeln sich auch in ihrer von Sexismus geprägten Frauenpolitik wieder, als beste Beispiel hierfür gilt die niederösterreichische Landtagsabgeordnete Barbara Rosenkranz. In ihrem Buch „MenschInnen: Gender Mainstreaming – Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen“ versucht sie Rollenbilder zu entwickeln, welche Frauen auf Haushalt und Reproduktion reduzieren.

Durch die ständige mediale Präsenz der FPÖ und ihren explizit rassistischen/sexistischen Haltungen sinkt die Sensibilität innerhalb der Bevölkerung gegenüber diesen Themen massiv. Zahlreichen Beispiele hierfür lassen sich in Kommentaren österreichischer Printmedien sowie in Demonstrationen á la „Mosche ade“ finden.

Daher dürfen wir solchen RassistInnen und SexistInnen keinen Raum zur Hetze geben.


Aufruhr! Widerstand! Es gibt kein ruhiges Hinterland!

ANTIFA Demo Freitag Abend Hauptplatz Neumarkt