Burschis zerknittern

Demonstration gegen den österreichweiten Burschentag in Knittelfeld
Treffpunkt: Samstag, 22.Mai 2010, 16:30Uhr, Bahnhof Knittelfeld

Antisemitische und rassistische Burschenschafter als FPÖ-Parlamentarier?
Am 22. Mai 2010 treffen sich in Knittelfeld deutschnationale Verbindungen aus ganz Österreich zum sog. “Burschentag”. Burschenschaften bewegen sich politisch in einem Spektrum zwischen freiheitlich, völkisch und offen rechtsextrem. Sie stilisieren sich selbst als Elite des nationalen Lagers, tragen wesentlich zur Gesellschaftsfähigkeit rassistsischer und antisemitischer Diskurse bei und erfüllen eine Scharnierfunktion zwischen dem Neonazismus und dem legalen Rechtsextremismus. Aus ihren Reihen kamen/ kommen genauso neonazistische Kader und freiheitliche PolitikerInnen.
Ihre enge Verquickung mit der Politik der FPÖ zeigt sich darin, dass ein großer Teil der FPÖ-Funktionäre Burschenschafter sind, wie zB. der 3. Nationalratspräsident Martin Graf, und dass mit Wolfgang Zanger auch den Burschentag in Knittelfeld ein freiheitlicher Abgeordneter organisiert.

Sexistische Grundhaltung?
Burschenschaften stehen für Männerbündelei und Sexismus. Neben Juden, Moslems oder sonst nicht in das “arische” Weltbild passende Menschen ist Frauen grundsätzlich der Beitritt zu sämtlichen burschenschaftlichen Verbindungen untersagt, sie dürfen bestenfalls an ausgewählten Abenden als Begleitung “mitgebracht“ werden. Ein Blick in das korporierte Liedgut verdeutlicht das sexistische Rollenbild, wenn zB. davon gesungen wird, dass die Frauen statt an der Universität doch besser bei Wäsche, Herd und Nähmaschine zu sein hätten.

Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft?
Die Tatsache, dass die Burschenschaften ihren Festkommers im “Kulturhaus” der Stadtgemeinde Knittelfeld abhalten können, ist ein Signal dafür, wie sehr die Normalisierung rechtsextremen Gedankenguts bereits fortgeschritten ist. Hetze gegen MigrantInnen, offener Antisemitismus und rassistische Praxis sind in der Mitte der Gesellschaft zu finden. Deshalb sollte Antifaschismus mehr sein, als einmal ein “Zeichen gegen rechts” – womöglich auch noch symbolisch – zu setzen, und ansonsten unhinterfragt den kapitalistischen und patriarchalen Normalzustand hinzunehmen.
Das Ziel von Antifaschismus muss es daher sein, die bestehende kapitalistische Ordnung als Nährboden des Faschismus zu begreifen und zugleich Rechtsextremismus in allen Formen kompromisslos immer und überall zu bekämpfen!

In diesem Sinne:
Rechtsextremismus ist keine Kultur!
Deutschnationale Männerbünde auflösen!
Antisemitismus, Sexismus, Nationalismus (ob deutsch oder österreichisch oder sonstwie) Rassismus und Homophobie immer und überall entgegenarbeiten!
Für eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Herrschafts- und Verwertungszusammenhänge!

Es laden ein: Autonome Antifa Gradec, GAJ Steiermark, GRAS Uni Graz, KJÖ Knittelfeld, KJÖ Steiermark, KSV Uni Graz, Mayday 2000 Graz, SJ Knittelfeld, SJ-Graz, SJ Steiermark.

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Im Anschluss an die Demonstration wird es vermutlich auch noch Konzerte in der Knittelfelder Innenstadt geben.

Für Interessierte aus „weiter weg“:
Vermutlich wird es einen Bus aus Graz (ev. auch aus anderen Städten) geben bzw. Zugtickets aus anderen Destinationen rückerstatten werden. Infos dazu folgen.

Hier ‚mal die Zug-Zeiten:

Hinfahrt:
Graz HBF – Knittelfeld: Abfahrt 15:38, Ankunft 16:45 (Umsteigen in Leoben HBF, Intercity)
Celovec/Klagenfurt – Knittelfeld: Abfahrt 14:04, Ankunft 16:09 (direkt, Regionalexpress)
Wien Meidling – Knittelfeld: Abfahrt 14:30, Ankunft 16:45 (direkt, Intercity)

Rückfahrt: (letzte Züge)
Knittelfeld – Graz HBF: Abfahrt 22:11, Ankunft 23:56 (Umsteigen in Bruck/Mur, Regionalzug, S-Bahn)
Knittelfeld – Celovec/Klagenfurt: Abfahrt 22:04, Ankunft 23:36 (direkt, Euronight)
Knittelfeld – Wien Meidling: Abfahrt 21:14, Ankunft 23:28 (direkt, Eurocity)